Das Hohenfelder BrauhausÄltestes Hotel im tausendjährigen Wiedenbrück

Das Hohenfelder Brauhaus weist eine sehr lange Geschichte auf, die an dieser Stelle ausschnittsweise dargestellt wird. Die hier genannten Informationen entstammen den Recherchen von Horst Knöbel und der Reihe „Lebensbilder Wiedenbrücker Häuser“ von Josef Temme.

Die älteste Eintragung in der Wiedenbrücker Stadtgeschichte, die sich bisher recherchieren ließ, nennt das Haus 1367. Ab 1592 besitzt es der „Koch“ Hermann Plöscher und man muss – aufgrund der früheren Lebensumstände, der Beruf wurde zumeist im eigenen Haus ausgeübt – annehmen, dass er nun Gäste bewirtet. In der Folgezeit werden Fischereirechte genannt, die sicherlich ebenfalls der Beköstigung von Gästen dienten.

1721 gelangt das Haus in den Besitz eines Bäckers, der auch „Branntwein“ herstellt.
Rund zwanzig Jahre später findet ein Brauer, also Bierhersteller Erwähnung.
Im Siebenjährigen Krieg wird auch Wiedenbrück nicht verschont und so werden im Jahre 1757 zunächst österreichische und französische Offiziere und dann im Dezember Kurpfälzische in diesem Haus einquartiert. Einige Jahre später hat der Besitzer neben seinen Kindern einen Gesellen, einen Knecht und zwei Mägde und außerdem geeichte Gewichte im Haus, was auf einen größeren Geschäfts- und Wirtshausbetrieb hinweist.

1816, Wiedenbrück gehört mittlerweile zum Königreich Preußen, wird erneut über das Personal berichtet, das nun aus einem Gehilfen, 3 Knechten und 3 Mägden besteht.

1834 kommt das Anwesen in den Besitz der Familie Meyrahn, die in mehreren Generationen Bäcker und Brauer stellen und in den Jahren 1844 bis 1902 auch den heutigen „Ratskeller“ besitzen. In dieser Zeit gibt es nur zwei Städte im Kreis, nämlich das altehrwürdige Wiedenbrück (Stadtrecht seit 952) mit 2684 Einwohnern und Gütersloh, das 160 Einwohner mehr zählt. Als der letzte Meyrahn stirbt, heiratet seine Witwe den Bierbrauer Laurenz Hunkemöller, der das gesamte Anwesen 1921 auf seinen Sohn Heinrich überträgt, der wiederum nicht nur Wirt, sondern auch Chef der Feuerwehr ist und es zum Stammlokal vieler Vereine und Gilden macht. Von diesem kauft die Brauerei Hohenfelde in Langenberg das Hotel 1959.

Über die zum Hohenfelder Brauhaus gehörigen Gebäude finden wir auch Vieles in den Büchern von Herrn Temme. So wird 1583 eine erste und 1772 eine weitere Scheune gebaut, die erst 1965 abgerissen wird. 1808 besteht das Ensemble aus einem Haupt- und einem Nebenhaus, sowie einer Scheune und einem Holzstall. 30 Jahre später werden diese Häuser wieder erwähnt und durch ein „Bierbrauer-Gebäude“ (ein Sudhaus) mit Garten ergänzt.

1857 werden ein gewölbter Bierkeller und ein Saal errichtet. Weitere 30 Jahre später wird eine neue Bierhalle gebaut. 1890 wird ein Umbau bzw. Neubau genannt, der sicherlich dem Anwesen das heutige Gesicht gab, denn die Fassade passt in diese Zeit.

Horst Knöbel, Oktober 2013